Brände

Große Brände

Jede Gemeinde und somit jede Feuerwehr hat in Ihren Geschischtsbüchern große Brände zu verzeichnen. Hier ein kleiner geschichtlicher Rückblick.

Viel Spaß beim Schmökern

Der Brand 1241

Vom ersten großen Brand in Waibstadt ist nur bekannt, daß auf einer Liste der Steuereinnahmen der Hohenstaufer des Jahres 1241 keine Einnahmen von Waibstadt verzeichnet sind. In der Liste steht lediglich der Vermerk: " Waibstadt verbrannt".

Der große Brand 1847

Eine eindrucksvolle Dokumentation dieses Brandes ist in dem hier veröffentlichten, zeitgenössischen Bericht von C.Metz, Heidelberg nachzulesen. Der Bericht stammt zweifellos von dem späteren Gründer der Feuerwehrgerätefabrik Metz in Karlsruhe, der Lieferfirma des 1. Tanklöschfahrzeuges für Waibstadt im Jahr 1952. Nicht nur wegen seiner deteillierten, fachmännischen Beschreibung des Brandes und der Brandbekämpfung, sondern auch wegen seiner Kritik an den Zuständen des Feuerlöschwesens in jener Zeit, ist der Bericht besonders lesenswert.Im ebenfalls eingefügten Lageplan ist das Ausmaß des Brandes deutlich zu erkennen.

Der Brand 1848

Bereits 8 Monate später, am Himmelfahrtstag, den 1. Juni 1848, nachmittags 4 Uhr, brach in der Scheuer des Ph. Adam Kreth in der Schloßgasse erneut Feuer aus. Gerade dieses Haus wurde 1847 mit großer Mühe gerettet. Voll Entsetzen rufen die Bürger beim Alarm: " Das gibt ja die gleiche Katastrophe wie im letzten Jahr!" In der Schloß-, Lerchengasse und Alte Sinsheimer Straße brennen wieder 36 Gebäude nieder.

Der große Brand von 1889

Am 10. August 1889, nachmittags gegen 1/4 4 Uhr wurde Feueralarm gegeben. Der Brand brach in der Scheuer der Philipp Moser Witwe an der Hauptstraße aus. Es verbreitete sich durch einen eingetretenen scharfen Nord-West-Wind so rasch, daß bis zum Abend sämtliche Gebäude links der Hauptstraße, Langegasse und Rosengasse, sowie rechts der Hauptstraße, Hafergasse bis zur Stadtmauer in Flammen standen.

Wegen des Ausmaßes war die Feuerwehr Waibstadt nicht imstande, das Feuer zu löschen. Es wurden die Wehren der Nachbarorte um Hilfe gebeten. Diese kamen noch vor 5 Uhr an und umzingelten das Brandterrain von allen Seiten. Trotz Einsatz aller Kräfte, konnte das Feuer erst gegen Mitternacht auf seinen Herd beschränkt werden. Bis zum nächsten Tag, dem 11. August morgens 5 Uhr waren 14 Spritzen im Einsatz. Die auswärtigen Wehren kamen von Sinsheim, Neckarbischofsheim und Meckesheim. Hilfsmannschaften waren aus Helmstadt, Aglasterhausen, Neidenstein, Eschelbronn und Daudenzell im Einsatz. Personenschaden war während der Brandbekämpfung kaum zu verzeichnen. Ein Feuerwehrmann aus Sinsheim wurde leicht verletzt und einer aus Eschelbronn wurde vom Pferd geschlagen, sodaß der schwere Verletzungen erlitt.

Insgesamt sind 60 Wohn- und Ökonomiegebäude abgebrannt. Außerdem waren die Feuerlöschgeräte "gänzlich defekt geworden, weshalb sie neu angeschafft werden mußten."

Der Brand im Jahre 1929

Am 3. Oktober 1929, nachmittags gegen 1/2 2 Uhr brach ein Feuer aus. Die Flammen erfaßten 4 Gebäude zwischen Alte Sinsheimer Straße und Ziegelgasse (Bleihof). Ein starker südwestwind fachte die Flammen an. In den Anwesen Link und Luttenberger in der Friedrichstaße brach ein Dachstuhlbrand aus. Auch weitere Gebäude waren durch Funkenflug stark gefährdet.

Der größte Teil der Einwohner war auf dem Feld. Doch "im Nu stand die ganze Gemeinde, alt und jung, in Erkennung der großen Gefahr des Wassermangels zur Verfügung. Alles trug, schöpfte, führte und pumpte Wasser. Unsere alten, etwas verachteten Pumpspritzen traten wieder in Tätigkeit und so gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken."

Die Feuerwehr Sinsheim unterstütze bei der Brandbekämpfung mit ihrer Motorspritze, welche durch 600 Meter lange Schlauchleitung mit Wasser aus dem Schwarzbach gespeist wurde. Die Löscharbeiten dauerten rund 4 Stunden.

Den schwersten Verlust erlitt an diesem Tag jedoch die Wehr, als Kamerad Max Glück, der einer der ersten auf dem Platz war, infolge Überanstrengung an einem Herzschlag tot zusammenbrach.

Diverse Brände

Von 1828 bis zum 2. Weltkrieg sind mehr als 50 Brandfälle in Waibstadt verzeichnet. In den umliegenden Gemeinden wurde Waibstadt daher auch scherzhafter Weise oft als "N e u b r a n d e n b u r g" bezeichnet.

 
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